WordPress kann vieles, aber einen Liveticker bringt es nicht mit. Wer ein Ereignis live begleiten will, hat drei Möglichkeiten. Welche passt, hängt davon ab, wie oft du tickerst, wie viele Leute mitschreiben und wie viel Last dein Server tragen soll. Was ein Liveticker grundsätzlich ist, erklärt der Ratgeber Was ist ein Liveticker?.
Weg 1: Den Beitrag von Hand fortschreiben
Der einfachste Weg: ein normaler Beitrag, in den du neue Absätze mit Uhrzeit oben einfügst. Das kostet nichts und funktioniert sofort.
Die Nachteile zeigen sich am großen Abend: Für jedes Update öffnest du den Beitrag, ergänzt ihn und aktualisierst ihn. Leser müssen neu laden, um etwas Neues zu sehen, und manchmal steht der Seiten-Cache dazwischen. Gleichzeitig bearbeiten kann ihn nur eine Person, WordPress sperrt den Beitrag für alle anderen.
Passt für: seltene, kurze Anlässe mit einer Person.
Weg 2: Ein Plugin, das in WordPress läuft
Es gibt Plugins, die den Liveticker direkt in WordPress abbilden. Das bekannteste ist das Open-Source-Plugin Liveblog von Automattic. Einträge entstehen dann in deinem WordPress, und der Ticker aktualisiert sich für die Leser selbst.
Der Vorteil: alles bleibt in deinem System. Der Preis dafür: Die Updates laufen über deinen eigenen Server. Bei einem großen Ereignis mit vielen Lesern fragt jeder Leser regelmäßig nach neuen Einträgen, und das muss dein Hosting tragen. Geschrieben wird in WordPress selbst.
Passt für: Seiten mit eigenem Hosting im Griff und überschaubaren Leserzahlen.
Weg 3: Liveblog-Software einbinden
Der dritte Weg ist eine Liveblog-Software, die außerhalb von WordPress läuft. Dein Team schreibt dort, im Browser oder in einer App, und der Ticker kommt per Block, Shortcode oder Code-Schnipsel in deinen Beitrag. Die Last neuer Einträge trägt der Anbieter, nicht dein Server.
Unterschiede zwischen den Anbietern gibt es vor allem bei der Einbindung (direkt in der Seite oder als iframe), beim Datenschutz (Cookies, Werbung, Hosting) und bei den Preisen. Eine Übersicht der Kriterien steht auf der Seite zur Liveblog-Software, einen Vergleich der Anbieter findest du in der Übersicht der Livetickr-Alternativen.
Passt für: Redaktionen und Veranstalter, die regelmäßig oder mit mehreren Leuten tickern.
So geht es mit Livetickr
Mit dem Livetickr-Plugin fügst du in einem Beitrag oder einer Seite den Block Livetickr ein und trägst die Ticker-ID ein. Für den klassischen Editor, Page Builder und Widgets gibt es einen Shortcode. Das Plugin braucht keine Einstellungsseite und keinen API-Schlüssel. Wichtig ist nur, dass die Domain deiner Website in deinem Livetickr-Workspace eingetragen ist. Alle Schritte stehen in der WordPress-Anleitung.
Caching und Optimierung
Seiten-Caches wie WP Rocket oder LiteSpeed Cache sind für einen eingebundenen Ticker kein Problem: Der Code auf der Seite ist statisch, die neuen Einträge holt der Browser des Lesers. Schwierig sind Optimierungen, die Skripte in den Footer verschieben, bündeln oder verzögern. Dann erscheint der Ticker an der falschen Stelle oder gar nicht. Das Livetickr-Plugin kennzeichnet sein Skript für die gängigen Optimierungs-Plugins, damit sie es in Ruhe lassen. Bei anderen Lösungen nimmst du das Ticker-Skript dort von der JavaScript-Optimierung aus.
Datenschutz
Prüfe vor der Auswahl, was die Einbindung im Browser deiner Leser tut. Setzt sie Cookies, lädt sie Werbung oder Inhalte anderer Anbieter, brauchst du dafür womöglich eine Einwilligung, und ein Teil deiner Leser sieht den Ticker erst nach dem Klick im Consent-Banner. Das kostet gerade in den ersten Minuten eines Ereignisses Reichweite.