Ein Liveticker ist eine Seite, auf der eine Redaktion ein Ereignis begleitet, während es passiert. Statt eines fertigen Artikels erscheinen kurze Einträge mit Uhrzeit, das neueste steht oben. Leser sehen auf einen Blick, was gerade los ist, und können nach unten scrollen, um den Verlauf nachzulesen.
Im Englischen heißt dasselbe Format Live Blog, deshalb sagen auch viele deutsche Redaktionen Liveblog. Gemeint ist in beiden Fällen dasselbe.
So ist ein Liveticker aufgebaut
Ein Liveticker besteht aus einzelnen Einträgen. Jeder Eintrag hat:
- eine Uhrzeit, damit Leser einordnen können, wann etwas passiert ist,
- einen kurzen Text, oft nur zwei oder drei Sätze,
- auf Wunsch eine Überschrift, ein Bild, ein Zitat oder einen eingebetteten Post, zum Beispiel ein Video oder einen Beitrag aus sozialen Netzwerken.
Die Einträge stehen untereinander, meist das neueste oben. Ganz oben steht oft ein kurzer Text, der erklärt, worum es geht, damit auch Leser mitkommen, die erst spät einsteigen. Wenn das Ereignis vorbei ist, wird der Ticker geschlossen und bleibt als Archiv online.
Entscheidend ist, dass sich ein guter Liveticker selbst aktualisiert. Leser müssen die Seite nicht neu laden, um zu sehen, ob es etwas Neues gibt. Neue Einträge erscheinen von allein.
Wofür Redaktionen Liveticker nutzen
Ein Liveticker lohnt sich immer dann, wenn sich eine Geschichte über Stunden entwickelt und Leser dranbleiben wollen:
- Wahlabende: erste Prognosen, Hochrechnungen, Reaktionen und Ergebnisse aus den Wahlkreisen.
- Eilmeldungen und Lagen: Unwetter, Unfälle, Großeinsätze, bei denen sich die Informationen laufend ändern.
- Pressekonferenzen und Gerichtsverfahren: die wichtigsten Aussagen, sobald sie fallen.
- Keynotes und Produktvorstellungen: jede Ankündigung als eigener Eintrag, mit Bildern von der Bühne.
- Konferenzen und Messen: Vorträge, Gespräche und Eindrücke über einen ganzen Tag oder mehrere Tage.
- Unternehmen und Veranstalter: Neuigkeiten zu einem Launch, einer Kampagne oder dem eigenen Event, direkt auf der eigenen Seite.
Liveticker, Artikel oder Social Media?
Viele Redaktionen begleiten große Ereignisse noch mit einem normalen Artikel, den sie immer wieder bearbeiten. Das geht, kostet aber Zeit: Für jedes Update muss der ganze Artikel geöffnet, ergänzt und gespeichert werden, und Leser müssen neu laden, um die Änderung zu sehen. Gleichzeitig schreiben können meist nur eine Person, und hinterher ist der Text schwer zu lesen.
Soziale Netzwerke sind schnell, aber die Aufmerksamkeit landet auf der Plattform und nicht auf deiner Seite. Zitate, Bilder und Reaktionen verteilen sich auf viele einzelne Posts, und ein zusammenhängendes Archiv gibt es nicht.
Ein Liveticker auf der eigenen Website verbindet beides: Er ist so schnell wie ein Post, hält die Leser aber bei dir, bündelt die ganze Geschichte auf einer Seite und bleibt hinterher als Archiv erhalten. Posts aus sozialen Netzwerken lassen sich trotzdem einbetten.
Tipps für einen guten Liveticker
- Kurz schreiben. Ein Eintrag beschreibt eine Sache. Lieber drei kurze Einträge als ein langer.
- Den Einstieg pflegen. Ein kurzer Text oben erklärt, worum es geht, und wird bei großen Wendungen aktualisiert.
- Wichtiges hervorheben. Überschriften für die zentralen Momente helfen Lesern, die nur überfliegen.
- Bilder und Zitate nutzen. Ein Foto oder ein wörtliches Zitat sagt oft mehr als ein weiterer Satz.
- Quellen nennen. Gerade bei Eilmeldungen: woher kommt die Information, und ist sie bestätigt?
- Sauber abschließen. Ein letzter Eintrag fasst zusammen und verweist auf den ausführlichen Artikel oder die nächste Berichterstattung.
Mehr dazu im Ratgeber Einen Liveticker schreiben.
Wie du einen Liveticker auf deine Website bekommst
Es gibt drei Wege:
- Von Hand: ein normaler Artikel, den du fortschreibst. Kostet nichts, aber viel Zeit, und Leser müssen neu laden.
- Selbst bauen: ein eigenes Liveticker-System im Redaktionssystem. Das lohnt sich vor allem für große Verlage mit eigener Entwicklung.
- Liveblog-Software: ein fertiges Werkzeug, in dem dein Team schreibt und das den Ticker per Code auf deiner Seite einbindet. Unterschiede gibt es vor allem bei der Einbindung (iframe oder direkt in der Seite), beim Datenschutz und bei den Preisen.
Worauf es bei der Auswahl ankommt, haben wir auf der Seite zur Liveblog-Software zusammengestellt. Einen fairen Vergleich der verbreiteten Werkzeuge findest du in der Übersicht der Livetickr-Alternativen. Wie ein Ticker mit Livetickr aussieht, zeigt die Live-Demo.