Ein Liveticker ist kein Artikel in Stücken. Er wird gelesen, während etwas passiert, oft auf dem Handy, oft nur kurz. Gute Ticker sind deshalb knapp, klar gegliedert und ehrlich darin, was schon feststeht und was noch nicht. Hier sind die wichtigsten Regeln, von der Vorbereitung bis zum letzten Eintrag. Wie du einen Ticker technisch aufsetzt, steht im Ratgeber Liveticker erstellen.
Vor dem Start
- Einstieg schreiben: Zwei, drei Sätze ganz oben erklären, worum es geht und was Leser erwartet. Diesen Text aktualisierst du bei jeder großen Wendung.
- Hintergrund bereitlegen: Ein oder zwei vorbereitete Einträge mit Kontext (Zeitplan, Beteiligte, wichtige Zahlen) holen Leser ab, bevor es losgeht.
- Absprachen treffen: Wer schreibt was? Wer prüft? Wie werden Namen geschrieben? Fünf Minuten Absprache sparen am Abend viele Korrekturen.
Gute Einträge
- Ein Eintrag, eine Sache. Lieber drei kurze Einträge als ein langer Absatz. Leser scannen, sie lesen nicht von vorn bis hinten.
- Das Wichtigste zuerst. Der erste Satz sagt, was passiert ist. Erklärung und Einordnung kommen danach.
- Überschriften für die großen Momente. Ergebnisse, Entscheidungen und Wendepunkte bekommen eine Überschrift. So finden auch Leser, die nur überfliegen, das Entscheidende.
- Zitate wörtlich und mit Namen. Ein gutes Zitat bringt Leser näher an das Geschehen als jede Zusammenfassung.
- Bilder mit Aussage. Ein Foto vom Ort, eine Grafik mit Zahlen. Und immer ein Alternativtext, damit auch Screenreader-Nutzer wissen, was zu sehen ist.
- Einbettungen gezielt. Ein Post oder Video von der Bühne kann viel sagen. Zu viele Einbettungen machen den Ticker unruhig und langsam.
Der richtige Rhythmus
Es gibt keine feste Zahl an Einträgen pro Stunde. Wichtiger ist, dass Leser nie lange im Ungewissen bleiben. Passiert eine Weile nichts, sag es: „Die Sitzung ist unterbrochen, es geht gegen 15 Uhr weiter.“ Ruhige Phasen kannst du für Hintergrund nutzen, etwa eine Erklärung, eine Grafik oder einen Blick zurück.
Quellen und unbestätigte Meldungen
Gerade bei Eilmeldungen ist die Versuchung groß, alles sofort weiterzugeben. Nenne deshalb immer die Quelle und kennzeichne, was noch nicht bestätigt ist. Sobald es eine Bestätigung oder ein Dementi gibt, folgt ein eigener Eintrag. So bleibt der Verlauf nachvollziehbar.
Fehler korrigieren
Fehler passieren unter Zeitdruck. Tippfehler korrigierst du einfach. Bei inhaltlichen Fehlern korrigierst du offen, mit einem kurzen Hinweis im Eintrag oder einem neuen Eintrag. Stillschweigend geänderte Fakten fallen auf und kosten Vertrauen.
Im Team schreiben
Wenn mehrere Leute gleichzeitig schreiben, helfen klare Rollen: eine Person vor Ort für Eindrücke, Zitate und Fotos, eine am Schreibtisch für Hintergrund, Zahlen und Einordnung. Bei sensiblen Themen liest eine dritte Person gegen, bevor ein Eintrag rausgeht. Eine Liveblog-Software, in die alle gleichzeitig schreiben können, ist dafür die Voraussetzung. Worauf es dabei ankommt, steht auf der Seite zur Liveblog-Software.
Der Abschluss
Ein Ticker endet nicht einfach, er wird abgeschlossen. Der letzte Eintrag fasst das Wichtigste zusammen und verweist auf den ausführlichen Bericht oder die weitere Berichterstattung. Danach aktualisierst du den Einstieg oben auf den Endstand. So bleibt der Ticker auch Tage später ein gutes Archiv.